Posts gespeichert unter 'Politik'
Der Versuch, mich eine Stunde vor der Obama-Rede noch bis zur Siegessäule durchzuschlängeln, scheiterte kläglich. Schon auf halber Wegstrecke war Schluss, die Reihen der Zuschauer fest geschlossen. Dank der Fan-Meilen erprobten Organisatoren war das verschmerzbar. Es waren ausreichend Video-Wände aufgestellt. Vorn an der Goldelse war die Ami-Dichte noch größer als in meiner Nachbarschaft: Eine Gruppe von US-Wissenschaftlern, die es als nette Dreingabe zu ihrem Berliner Fachkongress empfanden, ihren nächsten Präsidenten wahlkämpfen zu sehen. Zumindest für sie war es erkennbar eine Herzenssache, George Walker Bush nicht mehr im Weißen Haus sehen zu müssen.
mehr lesen... 26. Juli 2008
In Deutschland - auch in deutschen Redaktionen - ist man schnell bei der Hand mit Verbotsforderungen. Es bedarf nur des öffentlich-erregenden Anlasses, schon ist der Ruf nach der Patentlösung da. So trifft es mit schöner Regelmäßigkeit Videos bei Youtube, in denen rechtsradikale Musik („Rechtsrock“) mit rassistischen, nationalistischen oder schlicht Menschen verachtenden Bildern unterlegt ist. Was die Hauptsache dieser Videos ist, ist dabei nicht immer eindeutig: Die rechtsradikalen Texte oder die Bilder. Egal. Vor dem Urteil sollte jedenfalls der eigene Eindruck stehen.
mehr lesen... 15. März 2008
Die Reaktionen auf die Hinrichtung von Saddam Hussein müssen zu denken geben. Die barbarischte Strafe, die juristisch legitimiert vollstreckt werden kann, wird in vielen Einschätzungen aufgewertet, als gäbe es es die fundamentale humanitäre Errungenschaft der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 nicht.
mehr lesen... 30. Dezember 2006
Ottmar Schreiner bezieht einmal mehr in gewohnt klarer Form Position. „Armut und soziale Ausgrenzung sind nicht über uns gekommen, sie sind das Ergebnis der Politik von Gerhard Schröder.“ Damit reagiert Schreiner auf eine Äußerung Kurt Becks, der - nicht minder deutlich - von der Existenz einer Unterschicht gesprochen hatte. Flugs ist nicht nur der Schuldige für die Malaise ausgemacht, sondern auch die entscheidenden Fehler der rot-grünen Reformpolitik mit Mini-, Ein- Euro- und befristeten Arbeitsverhältnissen. Diese haben nach Schreiners Analyse dazu geführt, dass „Millionen Menschen keine Chance mehr haben, aus dem Niedriglohnsektor mit seinen Hungerlöhnen herauszufinden“ [1].
Nun könnte man diese Äußerungen als normal-aufgeregtes politisches Tagesgeschäft abbuchen, wenn nicht in diversen Meldungen Bezug auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) genommen würde, nach der 8 Prozent der Bevölkerung dieser neuen gesellschaftlichen Unterschicht angehören [2].
mehr lesen... 16. Oktober 2006
Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hat eine Studie über kopftuchtragende Türkinnen in Deutschland vorgestellt und die Frage gestellt, ob damit das Kopftuch entschleiert sei. Bei die Frage sollte nicht vergessen werden, dass das Kopftuch immer wieder als ein politisches Symbol für den Islamismus und die Unterdrückung der Frau gewertetwurde . Auf den ersten Blick ist das gelungen. Die befragten Frauen bekunden, aus dem Kopftuch Selbstvertrauen zu schöpfen und sind zu 89 % für die Demokratie. Alles schön, könnte man meinen. Wer aber die Studie liest, kommt zu einem anderen Schluss. Die Studie gibt in aller Klarheit den Blick auf eine voll entwickelte und abgeschlossene Parallelgesellschaft frei und zeigt, dass vorhandenen positive Integrationsfaktoren nicht zur Integration führen. Bei den befragten Damen ist dies jedenfalls nicht der Fall. Zu Recht fragen die Autoren, welche Schlüsse für die Integrationsdebatte gezogen werden könnenabgeschlossene Parallelgesellschaft frei und zeigt, dass vorhandenen positive Integrationsfaktoren nicht zur Integration führen. Bei den befragten Damen ist dies jedenfalls nicht der Fall. Zu Recht fragen die Autoren, welche Schlüsse für die Integrationsdebatte gezogen werden können.
mehr lesen... 01. Oktober 2006
Endlich ist es wieder soweit: Muslime und Muslimas in aller Welt können sich wieder beleidigt und herabgesetzt fühlen. Ja, der Feind hat sich wieder gezeigt, dieses Mal in Gestalt von Papst Benedikt. Natürlich kann man sich das nicht bieten lassen, da muss man protestieren und Entschuldigungen einfordern. Aber halt, was der aktuelle Inhabers des heiligen Stuhls denn nun gesagt, das die Gemüter in der islamischen Welt so erhitzt? Der Papst hat In seiner Vorlesung in der Regensburger Universität einen Dialog kommentiert, den der gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit geführt haben soll. Hier ein kurzer Auszug:
mehr lesen... 16. September 2006
Dem Himmel sei Dank: Nach wie vor ist der Bär das Berliner Wappentier und nicht der Dackel, den die CDU in seeligen Vorwendezeiten gern mal imageträchtig plakatierte. In diesem von Langeweile geprägten Wahlkampf bleibt uns also der Dackel erspart - bis auf den treuherzigen Dackelblick der uns von Wahlplakaten zulächelnden Personen.
Im Wowi-Bären hat der Dackel ja auch eine der Identifikation würdigere Spezies als Nachfolge gefunden und mit diesem hübschen Wahl-Kampf-Give-Away lassen sich zumindest die Herzen der Kinder erobern. Auch für “humorige” Späße ist der Bär allemal besser geeignet (”Wir knuddeln die Bären, in Bayern schießt man sie tot, hahaha”). Beim Dackel fällt dem Nicht-Hunde-Liebhaber ohnehin nur das widerliche Gekläff und die Exkremente an der Schuhsohle ein.
mehr lesen... 14. September 2006
Es ist schon sehr bemerkenswert, dass sich hin und wieder mal Menschen zusammentun und aus aktuellem Anlass einen gemeinsamen Brief verfassen und diesen dann als “offenen Brief” dem Adressaten zu lesen geben. Anlässlich der Libanon-Krise haben sich - nach eigenem Bekunden - Wissenschaftler, Diplomaten a.D. und Friedensaktivisten an die Kanzlerin gewandt und ihre Positionen deutlich gemacht. Den Inhalt will ich gar nicht werten, dazu kenne ich die tatsächlichen Verhältnisse dieses Konflikts nicht ansatzweise gut genug. Den meisten Medienschaffenden dürfte dies nicht anders gehen, was aber offenkundig kein Hinderungsgrund ist, knackige Kommentare zu schreiben. Der offenen Brief wurde vom Tagesspiegel dokumentiert. Auf die sich daraus entwickelnde Online-Debatte, in der alle Konfliktlinien deutlich werden, möchte ich mit diesem Beitrag hinweisen: : http://www.tagesspiegel.de/tso/sonderthema2/nachrichten/offener-brief/69478.asp.
mehr lesen... 09. August 2006