Bauarbeiten

22. Mai 2011

Tja, nun ist das Blog schon länger als geplant online und es ist an der Zeit, das System technisch auf den aktuellsten Stand zu bringen. Alle hier geposteten Kommentare werden gesichert und sind (hoffentlich) auch bald wieder alle online verfügbar.

Kein Fluglärm über Britz und dem UNESCO-Weltkulturerbe Hufeisensiedlung!

9. Oktober 2010

Auch wenn die Flugrouten des BBI noch nicht endgültig festgelegt sind, geben die Infografiken, die in den letzten Tagen in der Presse erschienen sind, Anlass zur Sorge. Nach dem jetzigen Stand müssen wir  - die Bewohner der Hufeisensiedlung - davon ausgehen, dass Britz vom Fluglärm betroffen sein wird. In welchem Ausmaß dies der Fall sein wird, ist noch offen. In den westlichen Berliner Stadtteilen, die entgegen den bisher kommunizierten Routen künftig in relativ geringer Höhe überflogen werden, hat sich bereits bürgerschaftlicher Widerstand organisiert. Da die Berliner Verantwortlichen erfahrungsgemäß dazu tendieren, auf Proteste aus diesen “besseren” Stadtteilen sensibel zu reagieren, ist mit einer Umplanung zu rechnen. Es ist deshalb höchste Zeit deutlich zu machen, dass auch die Britzer Bewohnerschaft nicht mit Überflügen leben will.

Voransicht Online-PetitionAuf Initiative der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz e.V. (FFHBB) liegen deshalb seit kurzem in den Geschäften der Siedlung Unterschriftenlisten aus. Protest kann aber auch online geäußert werden. Eine entsprechende Online-Petition gegen den Fluglärm ist freigeschaltet, die Sie hier finden. Unterstützen Sie diese Aktion, indem Sie den Link Freunden und Bekannten weiterleiten.

Der FFHBB wird beide Unterschriftensammlungen der zuständigen Senatorin Junge-Reyer übergeben und das Landesdenkmalamt auffordern, Britz sowie ganz besonders das UNESCO-Welterbe Hufeisensiedlung vor Fluglärm zu schützen. Alle Hufeisensiedlungsbewohner kennen ja die Debatte um Isolierverglasung. Lärmschutzfenster wären jedenfalls nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar. Und es wäre wohl kaum mit Bruno Tauts Ideen vereinbar, wenn die Hufeisensiedlung demnächst von Licht, Luft und Lärm geprägt würde.

us.jpgWer selber aktiv werden möchten, kann hier die Unterschriftenliste als PDF herunterladen. Sammeln Sie einfach Unterschriften in Ihrer Nachbarschaft, im Kollegenkreis, im Verein, in der Schule und wo es sonst noch Ihrer Meinung nach Sinn macht. Die Rücksendeadresse ist auf den Listen aufgedruckt.

Hintergrundinformation

Die Anfrage des FFHBB beim BBI mit der Bitte um verbindliche Auskünfte zu den Flugrouten wurde an die Deutsche Flugsicherung GmbH Niederlassung Bremen weitergeleitet, da dort maßgeblich die Planung der Verfahren für den zukünftigen Flughafen BBI durchgeführt wird. Im weiteren zitieren wir aus der Zwischennachricht:

“Die DFS hat auf der Sitzung der Fluglärmkommission Schönefeld ein Modell der zukünftigen Flugverfahren vorgestellt. Die Fluglärmkommission berät die Flugsicherung bei dem aufwändigen Abwägungsprozess zur Entwicklung der Verfahren. Eine verbindliche Festlegung wird voraussichtlich erst im Jahr der Inbetriebnahme durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung erfolgen. Die derzeitigen Flugverläufe an den Berliner Flughäfen werden auf der Homepage der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH dargestellt. Dort können Sie sehen, dass das Stadtgebiet Berlin insbesondere  bei Startrichtung Ost bereits heute in großen Höhen überflogen wird. Ich möchte Sie deshalb auf das Internetangebot der DFS  www.dfs.de/ Fliegen & Umwelt, hinweisen. Mit 30 Minuten Zeitverzögerung werden dort der Flugverlauf und die Höhe jedes Passagier- oder Frachtflugzeuges, das in Berlin/Schönefeld oder Berlin-Tegel startet oder landet, dargestellt. Die Flugspuren des Vortages, die auch Flughöhen bis 10000 Fuß (ca. 3000 m) darstellen, können ab ca. 13.30 Uhr des Folgetages abgerufen werden.”

Das sagt erst mal nicht viel. Demnächst mehr dazu.

Bundesprogramm für nationale UNESCO-Welterbestätten: Und was ist mit Einzelhauseigentümern in der Hufeisensiedlung?

29. März 2009

Fenster, es sind immer wieder die Fenster, an denen sich Probleme bei der praktischen Umsetzung des Denkmalschutzes zeigen. Doppelkastenfenster gegen solche aus Kunststoff, originale Holzstreben gegen die historisierende Kunststoffvariante á la „Streben in Aspik“. Aber auch die Frage von Fenstern, die in die Dachfläche eingebaut wurden und werden.

Wer durch das Weltkulturerbe Hufeisensiedlung in Berlin-Britz geht, sieht eine bunte Vielfalt von Fenstern. Mal Kunststoff-, mal aufgearbeitete Originalfenster. Mal in der von Bruno Taut vorgegebenen Farbgestaltung, also beispielsweise mit dem schwarzen Kontraststreifen an den rückwärtigen Gauben. Mal sind die mit Streben unterteilten Doppelflügelfester sogar durch solche mit vollflächigen Scheiben ersetzt worden. Die rückwärtigen Gaubenfenster sind - so scheint es mir - nur in Minderheit noch original. Dachflächen- und Dachausstiegsfenster finden sich an den unterschiedlichsten Stellen. Auch hier ein „mal so, mal so.“ Mal ist der Einbau mit denkmalschutzbehördlichem Segen erfolgt, mal wurden einfach Tatsachen geschaffen und gehofft, dass es schon gut geht und keine Rückbauverfügung ins Haus flattert.

Für alle bereits erfolgten baulchen Veränderungen steht wohl außer Zweifel, dass diese Bestandsschutz genießen. Nun darf sich die Hufeisensiedlung seit 2008 mit dem Titel Weltkulturerbe schmücken. Tolle Sache. Aber wie geht es jetzt weiter? Wie bisher? Denkmalschutz mal so, mal so? Es wäre natürlich absurd, alles wieder in den Tautschen Idealzustand zurück versetzen zu wollen. Die Bewohner haben in die Häuser investiert, modernisiert, kleine Schritte unternommen, um Energie einzusparen. Nachträglich eingebaute Rolläden an den Taut-Häusern sind nicht wirklich schön, aber - und das steht außer Zweifel - auch diese Einbauten haben Bestandsschutz. Ob man sie mag oder nicht.

Nun wäre das alles halb so wild. Die Veränderungen an Fenstern und sonstiger Bausubstanz bewegen sich so weit im Rahmen, dass sich ein welterbegerechter Zustand durchaus wieder herbeiführen ließe, wenn man denn wollte.

Ein solches Vorhaben bedürfte allerdings eines tragfähigen Gesamtplans, der mit öffentlichen Mitteln solide und vollständig finanziert ist. Ein solcher Plan müsste - so meine persönliche Idealvorstellung -, um Akzeptanz zu finden, vor allem die Frage beantworten, wie Privateigentümer motiviert werden können, den Ursprungszustand wieder herzustellen. Das ginge meiner Meinung nach nur, wenn der Rückbau vollständig kostenneutral ermöglicht wird. Selbst in diesem Fall würden die betroffenen Eigentümer mit einiger Berechtigung darauf hinweisen, dass nach dem Rückbau höhere Energiekosten auf sie zukommen.

Ein Konzept zur welterbegerechten Sanierung der Hufeisensiedlung müsste also auch Antworten bieten, wie die Taut-Häuser zeitgemäß isoliert werden können. Ein alleiniger Rückbau um des Denkmalschutzes willen allein wäre zum Scheitern verurteilt. Die Handlungsoptionen sind ohnehin sehr überschaubar. Wie also kann ein Energiekonzept aussehen, das wirklich praxisgerecht ist? Mir selbst fällt dazu nicht viel ein, da die auf der Hand liegenden und schon jetzt staatlich geförderten Maßnahmen nicht durchführbar sind.

Erfreulicherweise hat das Land Berlin Mittel in erheblichem Umfang im Rahmen des Welterbeprogramms beantragt. Geld des Bundes und des Landes, das in den Welterbesiedlungen investiert werden soll, ist auf jeden Fall positiv zu bewerten. Die Pressemeldung des Berliner Senats lässt aber viele Fragen offen, da insbesondere die Rolle der Einzelhauseigentümer komplett unbeantwortet bleibt.

Zwar ist von der Einbindung der Siedlungseigentümer die Rede, nur wird sich wohl kein einziger Einzelhauseigentümer durch die Deutsche Wohnen AG oder die Pirelli RE repräsentiert sehen. Es ist zudem schwer vorstellbar, dass Einzelhauseigentümer, von Geldern, die im Fall der Hufeisensiedlung möglicherweise an die Deutsche Wohnen AG gehen könnten, auch nur einen Cent sehen werden.

Die Fragen, die sich für mich aus der bereits genannten Pressemitteilung ergeben, habe ich in knapper Form Fragen an die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gerichtet und um Beantwortung auf Fachebene gebeten:

  • Wie soll die Einbindung der Einzelhauseigentümer gestaltet werden?
  • Welche Maßnahmen wurden konkret für die Hufeisensiedlung beantragt?
  • Da es sich um Bundes- und Landesmittel handelt: Wie wird die dringend gebotene Transparenz hergestellt? Auf Basis welchen Konzeptes können Einzelhauseigentümer Mittel zur denkmalgerechten Energiesanierung und anderen anstehenden Maßnahmen beantragen?

Sobald eine fundierte Antwort vorliegt, werde ich diese hier gern veröffentlichen. Vorausgesetzt natürlich, die beantwortende Stelle ist damit einverstanden. Aber daran dürften ja wohl keine Zweifel bestehen, oder?

Praesentation zum 150 Millio en-ProgrammGroße Hoffnungen dürfen sich Einzelhausbesitzer allerdings nicht machen, da das 150-Millionen-Programm als Bestandteil des Konjunkturprogramms 1 angelegt ist, wie die Präsentation aus dem zustädigen Ministerium zeigt, auf die nebenstehend verlinkt wird.

ALBA Berlin vs. Lottomatica Rom (mit Video): Zurück in der Euroleague

24. Oktober 2008

Auch wenn sich am letzten Sonntag die Eisbären Bremerhafen ob der Höhe des Alba-Sieges gedemütigt gefühlt haben dürften, konnte auch dem eingefleischtesten Fan nicht entgehen, wo ALBA schwächelte: Die Defense agierte ab dem Zeitpunkt arg verhalten, wo der Sieg sicher war und die Eisbären nicht mehr als ein guter Trainingspartner. Aufwärmen für die Euroleague sollte anders aussehen. Eine Mannschaft, die sich auf ein -  vielleicht das - Topspiel dieses Halbjahres vorbereitet, sollte einen Spieler wie Marcus Slaughter kalt stellen können. Dessen 19 Punkte belegen, dass dies nicht gelungen ist. Immerhin zeigten die ALBAtrosse, dass sie schon sehr früh in der Saison als Mannschaft agieren können. Einige Spielzüge hatten das für die Euroleague wohl erforderliche und phasenweise sogar mitreißendes Niveau. Ärgerlicherweise hatte Rashad Wright niemand gesagt, dass für die ALBA-Fans die 100 (plus X) auf der Anzeigetafel eine besondere Magie hat. Als er die letzten Sekunden einfach runterspielte, konnten es die meisten kaum fassen.

Was am Sonntag an Euphorie ausblieb, wurde im Spiel am Donnerstag gegen Lottomatica Rom nachgeholt. Ich weiß nicht, wie schnell mein Herz rasen, wie viel Spannung ich aushalten kann. Aber gestern war ich am Limit! Was war das für ein Spiel. Ich wäre schon stolz gewesen, wenn wir mit nicht mehr als zehn Zählern Unterschied gegen dieses römische Staraufgebot verloren hätten. Die Vorberichte hatten jedenfalls bei mir regelrecht Ehrfurcht vor dieser hochklassigen Legionärstruppe wachsen lassen. Und was machen die ALBAtrosse? Halten dagegen, kämpfen, stecken auch bei 9 Punkten Rückstand nicht auf, bleiben dran. Lassen sich noch nicht mal von den Schiedsrichtern aus dem Konzept bringen, die gegen ALBA ein gefühltes Dutzend mal auf Schrittfehler entschieden. Sensationell am Ende die Rebound-Bilanz mit 38 zu 22 zugunsten ALBAs. Gegen die Eisbären noch der unübersehbare Schwachpunkt, gegen die Römer eine Festung?

Gestern hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich deutlich früher als die römischen Legionäre als Team gefunden hat. Ein Blick auf die Wurfbilanz zeigt, dass dieses Team stark genug ist, den Ausfall von MVP Jenkins, Femerling und Jo Herber zu kompensieren. Klar, iMac präsentierte sich in Topform, aber dass jetzt auch Chubb und Jacobson voll angekommen sind, lässt darauf hoffen, dass noch mehr Potential in diesem Team steckt. Vielleicht sehen wir noch viele Kunststückchen wie den behind-the-back-pass von Nadjfedji und Fabeldreier wie den von Jacobsen, der irgendwo vom Mittelkreis den Ball in die Reuse feuerte.

Noch nicht wirklich Teil der Mannschaft ist weiterhin Rashad Wright, der in einigen Spielphasen auftrat, als gäbe es keine ablaufende 24-Sekunden-Angriffszeit. Damit bestätigt er leider den Eindruck vom Eisbärenspiel. Aber - und da bin ich mir sicher - Luca wird ihm schon zeigen, wie’s geht und was von ihm erwartet wird.

Überhaupt: Luca Pavicevic. Er hat ALBA zur Meisterschaft geführt. Man  muss ihn nicht mögen, aber er ist ein klasse Trainer. Er ist aber auch immer dafür gut, durch seine Ausfälle am Spielfeldrand ein technisches Foul zu kassieren. Gestern hat er in den exzellenten Schiedsrichtern seinen Meister gefunden. Kaum fing er an, aus sich herauszugehen und die Coachingzone zu verlassen, schon stand einer der Referees bei ihm und wies ihn mit der Gestik eines entschlossenen Hundetrainers auf seinen Platz. Kaum zu glauben, Luca fügte sich. Aber die Jungs waren auch andere Kaliber als unser BBL-Lieblingsschiedrichter, dieser Herr Schmidt … .

Bei aller Bescheidenheit der ALBA-Offiziellen nach dem Spiel á la “wir haben nur einen ersten Sieg errungen” und “wir dürfen das jetzt nicht überbewerten”: ALBA ist als Außenseiter in die Euroleague gestartet. Nach diesem verdienten und konsequent erkämpften Sieg sind die anderen Teams gewarnt und werden sich hüten, ALBA zu unterschätzen. Auf jeden Fall war es begeisternd, miterlebt zu haben, wie ALBA eine starke Duftmarke in der zweitstärksten Liga der Basketballwelt gesetzt hat. Mit dieser Spannung und dem Herzrasen kann ich prima leben.

Spielbericht auf Radioeins als mp3

[youtube]RY5smsV1bNw[/youtube]

Ein Video von ca18804 bei Youtube. ich hoffe, da kommt noch mehr.

Holiday Inn Hamburg Hafencity: Fragwürdiges Angebot bei hrs

6. Mai 2008

Auch erfahrene und gewiefte Internetnutzer (also solche wie ich ;-) ) sind nicht sicher, fehlerhafte und in die Irre führende Angebote sofort zu erkennen. So muss man bei amazon genau hinsehen, ob die Lieferung durch amazon selbst erfolgt oder durch einen Händler, der amazon als Verkaufsplattform nutzt. Neu ist mir, dass man auch beim HotelReservationService, den ich (bisher) vorbehaltlos als grundsolide einschätzte, genauso auf die kleinen Details achten muss.

Sehr unangenehme Erfahrungen machte ich am letzten Wochenende im Holiday Inn Hafencity Hamburg. Dass die Basketballer von Alba Berlin beim Final 4 erbärmlich gespielt haben, dafür können weder hrs noch Holiday Inn etwas. Es wäre schön gewesen, wenn wenigstens im Hotel von Ein- bis zum Auschecken alles geklappt hätte. Unsere Wahl für das Final-4-Weekend fiel auf das schon erwähnte Holiday Inn Hafencity für 109 €, hrs-HOT-Deal. In der Spalte Frühstück, in dem andere Anbieten eine Zahl oder “inkl.” eintragen, fand sich kein Eintrag. Das kann man - da bin ich mir sicher - nur als Inklusivpreis interpretieren. Und HOT-Deal weist unzweifelhaft auf ein Superangebot hin.

Das ganze sah online so aus (Hinweis: Bild zeigt einen anderen Tag. Wer macht bei einer Online-Buchung schon Bildschirmfotos?)

Bild: Screenshot hrs Ergebnisanzeige. Klick für detaillierte Darstellung.

Das böse Erwachen kam beim Ausckecken: Statt des angezeigten und gebuchten Gesamtpreises von 109 € sollten wir 143 € bezahlen. Das Frühstück käme ja noch obendrauf. Auf den Hinweis, dass dies im Online-Angebot nicht erkennbar war, wurde uns die Information gegeben, dass es mit Gästen, die über hrs buchen, öfters diese Diskussionen gäbe. Sehr interessant.

Bild: Gesamtpreisanzeige
Nach kurzer Unsicherheit blieben wir standhaft und bestanden darauf, das Frühstück nicht separat zu bezahlen. Ein Inklusivpreis war schließlich eines der Hauptkriterien für die Hotelwahl gewesen. Nach einiger Zeit kam eine sichtlich genervte Teamleiterin hinzu und löste das ganze professionell und in unserem Sinn. Es blieb bei 109 € - wie gebucht.

Die ganze Geschichte hat mich geärgert und so habe ich nachrecherchiert, wie das Holiday Inn seine Zimmer über hrs vermarktet: Im Gegensatz zu anderen hrs-Anbietern weist dieses Hotel konsequent die Kosten für Frühstück nicht aus, sondern lässt einen Leerraum. Statt dessen wird das Angebot mit einem (bestimmt teueren) “HOT Deal” Button optisch attraktiv gemacht. Wenn man bucht, wird auf die Preiskonditionen für das Frühstück lapidar auf die hrs-Buchungsrate hingewiesen. Bei uns stand: Preis: 109 €. Die Erläuterungen zur Buchungsrate sind nicht verlinkt.

Erst wenn man sich durch die kleingedruckten / in Kleinschrift angezeigten Informationen zur Buchungsrate klickt und scrollt, wird klar, wie das System funktioniert. Bei allen Raten unterhalb 143 € wird beim Frühstück auf die Buchungsrate verwiesen ohne (!) die Kosten für das Frühstück auszuweisen. Ab 143 € Buchungsrate erscheint der Hinweis “inkl. Frühstück”. Ich möchte nicht so weit gehen, hier von Täuschung zu reden, allerdings fühle ich mich als Kunde hinters Licht geführt. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass hinter dieser Vorgehensweise keine Absicht stecken sollte.

Ich habe hrs und Holiday Inn um Stellungnahmen gebeten. Sollte ich eine Antwort bekommen, wird diese hier veröffentlicht.

ASUS eeePC - eine kurze Bewertung und ein paar Tipps

24. März 2008

Der eeePC löst das Werbeversprechen “easy to tearn, easy to work, easy to play” nur teilweise ein. Die auf Xandros-Linux aufgesetzte Benutzeroberfläche (”IceWM”) mit einer gelungenen Aufteilung im Stil von Karteikarten lässt sich zwar intuitiv bedienen, nur wer daran etwas ändern möchte, stößt schnell an Grenzen. Und die lassen sich nur überwinden, wenn man sich allerlei Tipps aus Nutzerforen zusammenklaubt. Und die werden zumeist von eingefleischten Linux-Adepten geschrieben, die mit der Kommandozeile per Du sind.

Etwas einfacher lassen sich viele Einstellungen ohne Kommandozeilenakrobatik ändern, wenn man das Tool “TweakEEE” installiert, das bei eeeuser.com aktuell in der Beta-Version 0.3 angeboten wird. Einfach mal anschauen, es lohnt sich. Was sich mit TweakEEE in Sekunden ändern lässt, taucht in den deutschsprachigen Foren meist in deutlich umständlicherer Form als Tipp auf.

Allein die Nutzung der Kommandozeile in der Konsole dürfte langjährigen Windowsnutzern die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Nach Drücken der Tastenkombination Strg-Alt-T erscheint eine Art DOS-Prompt. Nur hilft auch die Kenntnis der alten DOS-Befehle nicht weiter, da Linux etwas anders tickt. Wer etwas mehr Komfort haben möchte, tippt als erstes “kconsole” ein, was eine etwas bedienerfreundlichere Konsole herbeiruft, in der man sogar so etwas wie einen rudimentären Dateimanager starten kann. Mit TweakEEE lässt die kconsole als standardmäßig startende Konsole festlegen.

OpenSource und kleine Nachteile

Bei ASUS hat man sich entschieden, komplett auf OpenSource zu setzen. Eine gute Entscheidung, nur fallen dieser Politik die in der Windowswelt verbreiten TrueTypeFonts wie Arial, Verdana und Times New Roman zum Opfer. Diese nachzuinstallieren erfordert nur ein paar Kopierübungen. Vom Windowsrechner die gewünschten TrueTypes auf eine SD-Card ziehen, diese in den eeePC-Slot stecken und installieren. Das geht relativ einfach: Die Konsole aufrufen, “kcontrol” eintippen und mit der Eingabetaste starten. Der Befehl startet die Kommandozentrale des KDE-Desktops. Jetzt durch die verschiedenen Menüs wühlen und im Schriftenmenü die notwendigen Aktionen durchführen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gut erkunden, was man sonst so alles einstellen kann.

Weitere Software installieren

Wenn es darum geht, zusätzliche Programme zu installieren, geht das über entweder über den Linux-Weg mit “repositories” oder etwas um die Ecke - dafür aber auch einfacher. Der reine Linuxweg geht so: Konsole starten und “sudo synaptic” eintippen. Dabei heißt sudo, Superuser mal mal. Man sagt dem eeePC, dass man gerade mal als Administrator etwas machen möchte. In diesem Fall ist es der Aufruf der Programmverwaltung Synaptic. Dort kann man diverse Server (”repositories”) angeben, auf die der eeePC zugreifen können soll. Tipps dazu, welche besonders lohnen sind, finden sich in den einschlägigen Foren zuhauf.

Ich habe die Finger davon gelassen und mir einen leichteren Weg gesucht. Man suche sich ein Programm, dass man wirklich nutzen möchte, was angesichts des überschaubaren Speichers des eeePCs gut überlegt sein will. Dann sucht man ein Debian-File. -> Xandros setzt auf Debian-Linux auf, die Installationsdateien enden auf .deb. Diese Datei speichert man an einem Ort, wo man sie auf dem eeePC auch wiederfindet. Im Dateimanager erscheint bei Rechtsklick auf diese Datei im Kontextmenü der Eintrag “installieren” auf. Der Rest geschieht von allein. Nur erscheint leider kein Eintrag auf der Benutzeroberfläche des eeePC.

Für diesen Fall gibt es tolle Minianwendungen, die ein Icon dort platzieren, wo man es haben will. Oder man installiert ein Tool namens Kooldock. Wie das geht, steht bei einfach-eee. Kooldock ist ein Programmstarter, wie man ihn von Apple-Rechnern kennt. Und dieser hat den Riesenvorteil, dass man dort all die Programme einbinden kann, die man wirklich oft nutzt. So auch die Nachinstallierten. Anders als bei Windows muss man hierfür rausfinden, wo die nachinstallierten Programme gelandet sind. In der Konsole z.B. einfach den Befehl “which jalbum” eintippen. Schon wird der Pfad angezeigt, den man bei Kooldock eintippen muss. Alles easy? Es geht wirklich einfacher, als es sich anhört.

Was lohnt sich nachzuinstallieren? Ich habe erfolgreich JAlbum geladen. Eine tolle Geschichte, um bspw. aus dem Urlaub rasch eine Bildergalerie online zu stellen. Um die Bildübersicht zu behalten, kann man Picasa laden. Das sieht sogar auf dem 7″-Bildschirmchen gut aus. Da ASUS bei der PIM-Anwendung des KDE-Desktops geschlampt hat und rein gar nichts angepasst hat, ist dieser meiner Meinung nach nutzlos. Besser ist es, den Mozilla-Kalender “Lightning” einzubinden und diesen für den online-Abgleich mit Google-Calender zu konfigurieren. Funktioniert super und passt bestens zum immer-online-Status des eeePC.

Insgesamt macht der eeePC viel Spaß und ist weit mehr als nur ein Spielgerät oder Kidscomputer. Ws ist nicht erwartet hatte: Das Ding ist ein echter Hingucker und viele Menschen kommen mit der Frage an, ob sie mal schauen dürfen, wollen wissen, wo man das Gerät bekomme … .

Rechtsrock auf youtube in den Medien - eine absurde Verbotsdiskussion

15. März 2008

In Deutschland - auch in deutschen Redaktionen - ist man schnell bei der Hand mit Verbotsforderungen. Es bedarf nur des öffentlich-erregenden Anlasses, schon ist der Ruf nach der Patentlösung da. So trifft es mit schöner Regelmäßigkeit Videos bei Youtube, in denen rechtsradikale Musik („Rechtsrock“) mit rassistischen, nationalistischen oder schlicht Menschen verachtenden Bildern unterlegt ist.

Was die Hauptsache dieser Videos ist, ist dabei nicht immer eindeutig: Die rechtsradikalen Texte oder die Bilder. Egal. Vor dem Urteil sollte jedenfalls der eigene Eindruck stehen.

Ich bin auf diese Fragen aufwerfenden Youtube-Videos vor längerer Zeit durch den Artikel “Politik will gegen Nazi-Videos vorgehen” des Berliner Tagesspiegels aufmerksam geworden. Alles, was man braucht, um diese Videos zu finden, nennt der Artikel ungefiltert und – wie ich meine – unreflektiert. Insbesondere stimmt nachdenklich, dass die Bandnamen, nach denen die Videos verschlagwortet sind, aufgelistet werden.

Welcher Normalbürger kennt schon die Namen einschlägiger Bands? Für verführbare Jugendliche wird es so doppelt attraktiv, sich dieses durch Verbotsforderungen nachgewiesen anrüchige Material anzusehen.Trotz des empörten Untertons sind solche Artikel letztlich Werbung für die Inhalte, die sie berechtigterweise anprangern.

Oberflächliche Recherche

Was mich wirklich geärgert hat, war die Oberflächlichkeit, mit denen die Geschichte recherchiert war. Es reicht nicht, auf die Zugriffszahlen der Videos zu schauen und daraus zu schließen, dass ebenso viele Menschen damit erreicht werden. 2.000 Zugriffe bedeuten nicht 2.000 Menschen, sondern dass eine unbekannte Zahl von Personen das Video angesehen hat. Wie oft einzelne das wiederholt getan haben, ist aus den reinen „Hits“ nicht abzulesen. Zudem sind Zugriffszahlen von 2.000 bei Youtube am Rande der Bedeutungslosigkeit. Zum Vergleich: Videos zum Schlagwort Bowhunting (Jagd mit Pfeil und Bogen) weisen regelmäßig sechststellige Zugriffszahlen auf.

Wie auch immer, ich habe mir die Videos angesehen und bin zu der Meinung gekommen, dass eine Verbotsforderung absurd ist. Die meisten Inhalte sind durch den rassistischen Inhalt, das Dritte Reich verklärende Texte oder Bilder nach geltendem Recht (in Deutschland) ohnehin verboten. Ein Verbot wäre wie ein Gesetz, das bekräftigt, dass man an einer roten Ampel auch wirklich anhalten muss, wie es in der Straßenverkehrsordnung steht.

Wenn man sich das, was bei Youtube an Rechtsrock angeboten wird, etwas eingehender ansieht, stößt man auf mehrere Ebenen, die es zu betrachten gilt: Das Bildmaterial, die Liedtexte und die Kommentardiskussionen.

Bei den meisten Videobildern handelt sich nach meinem Eindruck um Amateurmaterial, das von „Fans“ insbesondere aus Dritte-Reich-Propaganda-Filmen, abgefilmten CD-Covern, alten Wochenschauen, Fernsehberichten und Dokumentationen rechtsradikaler Umzüge zusammen geschnitten ist. Bei keinem der Videos hatte ich den Eindruck, dass ein Video-Profi Hand angelegt hätte. Das lässt vermuten, dass die Videos nicht zu verwechseln sind mit professioneller rechtsradikaler Öffentlichkeitsarbeit. Hier sind in Mehrheit offenkundig Jugendliche am Werk, die Videos am heimischen PC zusammenstellen. Indiz dafür, dass es sich um wenige Personen handelt, sind die häufigen Wiederholungen des verwendeten Bildmaterials: Aufmärsche, Filmaufnahmen von Soldaten bei Schauvorführungen, vorrückende Soldaten in Heldenpose usw. und usw. Letztlich all diese Bilder, mit denen das unbefleckte Heldenbild des plichtbewussten deutschen Soldaten hoch gehalten wird. In diesen Sujets lebt der Mythos des tapferen Frontsoldaten, des Landsers ungebrochen weiter. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Wehrmacht im Dritten Reich sollte man allerdings in diesem Kontext auch nicht erwarten.

Visuelle Totalausfälle und auch Indikator für verblendete Urheber sind in die einige Videos eingebundenen Bilder einschlägig rassistischer Websites, mit denen anhand von äußerst abstoßenden Bildern nicht-weißer Menschen bei fragwürdigen sexuellen Handlungen offensichtlich die Überlegenheit der weißen Rasse belegt werden soll. Allein solche Bilder aus dem Weltnetz herauszusuchen, rückt die Autoren solcher Videos in ein erhellendes Licht.

Das Liedgut selbst muss man sich in Ruhe anhören. Blendet man die Videos aus, stellt man fest, dass die meisten Bands ihr Metier beherrschen. Die Musik selbst ist anhörbar und die Musiker beherrschen mehr als die sprichwörtlichen drei Akkorde. Wer harte, schnelle Musik mag, wird die einschlägigen Bands jedenfalls nicht rundheraus ablehnen. Die Texte sind ein anderes Kapitel: Die in Teilen verfassungswidrigen Inhalte hier wiederzugeben, verbietet sich von selbst. Soviel immerhin lässt sich sagen: Was die meisten Stücke gemeinsam haben, sind Refrains, die man auch nach größerer Mengen „doitschen“ Bieres mühelos mitsingen oder skandieren kann. Meistens wird ein Dreiklang deutsch-nationaler Begriffe angestimmt. Was mich überrascht hat, war der relativ zurückhaltende Kult von Persönlichkeiten des Dritten Reiches, deren Untaten bei Nürnberger Kriegsverbrecherprozess abgeurteilt wurden.

Diskussionen in den Kommentaren

Ein wesentlicher Punkt des Youtube-Erfolgsgeschichte ist die Möglichkeit, Videos zu bewerten und zu kommentieren. Das, was in den Kommentaren zu Rechtsrock-Videos los ist, öffnet den Blick auf eine Szene, die sich im Schutze der Anonymität ungebremst austobt. So etwas zu tolerieren (und zu ertragen), stellt das Recht auf freie Meinungsäußerung auf eine äußerst harte Probe.

Zahlenkodizes und Szenesprache

Da wimmelt es von scheinbar kryptischen Zahlenpaaren, von deutschen Grüßen und Lobpreisungen auf den Braunauer Gefreiten, der Deutschland dreizehn Jahre Schreckensherrschaft und sechs Millionen jüdischen Mitbürgern den Tod brachte. 88, 14. Sehr häufig verwendet. 88 ist schnell „entschlüsselt“: Der achte Buchstabe des Alphabets ist das H, zweimal HH ergibt das Heil auf den Führer. Nicht sonderlich kreativ und es gehört auch nicht wirklich Mut dazu, so etwas anonym zu „posten“.

Die 14 hat es schon etwas mehr in sich. Die Zahl steht für „fourteen words“, die da lauten: „We must secure the existence of our people and a future for White children.“ Oberflächlich übersetzt hat das so etwas von „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt.“ Nur heißt es korrekt nicht „unsere Leute“ oder „unser Volk“, sondern „unserer Rasse“. Die Fourteen Words sind zudem die Kurzfassung einer Sammlung rassistischer Aussagen von David Eden Lane. Sich zu dieser Ideologie zu bekennen, geht über die reine Provokation hinaus. Mit solchen Zahlencodes zu operieren ist jenseits aller politischen Unschuld und auch nicht mehr als Ausdruck juveniler Rebellion tolerierbar. Wer sich offensiv zu 14 Words bekennt, stellt sich für mich in unmittelbare Tradition der Rasseideologie des Dritten Reiches.

Bei oberflächlicher journalistischer Recherche bleibt – was durchaus nachvollziehbar ist - keine Zeit, sich mit den Kommentardiskussionen zu befassen. Sonst wäre mit Sicherheit aufgefallen, dass sich dort auch Anhänger des KKK zu Wort melden. Der Klan scheint lebendig zu sein.

Was tun?

Auch wenn die Verbotsforderung für mich absurd ist, stellt sich die Frage, wie mit diesen Inhalten umgegangen werden soll. Am einfachsten wäre es, die Videos zu löschen, nur steht dem entgegen, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA, wo die Sever stehen, weiter gefasst wird. Aber die rechten Aktivisten liefern gleich die Anleitung mit, wie man der Löscherei entgegen wirkt: Runterladen und gleich wieder unter neuem Namen hochladen. Redundante Datenhaltung ist nicht sonderlich schwer - und das Runterladen mit Downloadhelper kinderleicht.

Ein anderes Kapitel sind die Kommentare. Die Urheber zu ermitteln wäre sicher möglich, nur stellt sich hierbei die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Zusätzlich entsteht Spannung durch die Grundsätze des Datenschutzes. Würde man anfangen, jeden Kommentar zu löschen, der nicht 100%ig geltendem Recht entspricht, wäre es mit der Meinungsfreiheit im Internet schnell vorbei. Der Missbrauch des Rechtes auf freie Meinungsäußerung durch einige Enthemmte darf nicht zur Aushöhlung dieses Rechtes für alle führen.

Wichtiger als das Instrumentarium der Strafverfolgung und das Umsetzen von Verboten zu bemühen, scheint mir eine breite öffentliche Diskussion über das Dargebotene. Leider hat sich – so mein Eindruck – mit Blick auf Rechtsradikalismus eine regelrechte Kulturwende vollzogen zu haben. Statt danach zu streben, Rechtsradikalen mit Argumenten die Stirn zu bieten, erklärt beispielsweise die neu gewählte Juso-Bundesvorsitzende im Interview mit der tageszeitung (2. Dezember 2007) „Mit Nazis wird nicht diskutiert” sowie “Ich finde, der Satz Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen sollte auch im politischen Umgang gelten.” Und das soll es gewesen sein? Ist das nicht imKern die Abkehr von demokratischer Diskussionskultur? Ähnlich befremdlich ist für mich die Debatte, die im störungsmelderblog der ZEIT geführt wird und die Frage aufwirft, ob man denn mit Neonazis diskutieren dürfe.

Wer so argumentiert, stellt für mich seine demokratische Grundhaltung in Frage. Ich habe bisher jedenfalls immer geglaubt, dass ein friedliches Miteinander nur möglich ist, wenn man miteinander redet, statt die Fäuste fliegen zu lassen. Wenn ich mir aber die große Zahl von Graffiti in Berlin ansehe, in den “Nazis zerschlagen”, “Nazis aufs Maul” usw. gefordert wird, fürchte ich, dass eine friedfertige Grundhaltung nicht von allen geteilt wird.

Links

rechtsradikale Codes
Bundeszentrale für politische Bildung - Neonazis auf YouTube
Tagesspiegel vom 21. November 2007 - Riefenstahl und Rechtsrock
Bericht des Berliner Verfassungsschutzes über rechtsextreme Musik, Bericht als PDF herunterladen


No Go Area Neukölln - Schillerpromenade

14. Februar 2008
DSC00936.JPG

Auf meinem Weg zur Arbeit fahre ich regelmäßig die Oderstraße entlang, das ist die östliche Seite des Flughafens Tempelhof. Seit Dienstag dieser Woche taucht täglich dort das hier gezeigte neues Schablonen-Graffito (Stencilart) auf. Wer es nicht sofort erkennt: In dem Verbotsschild wird ein Polizist gezeigt, der einen Knüppel in der Hand hält.

Wie in der Linkliste mit dem Eintrag Stencilart-Berlin zu sehen ist, sammle ich diese Variante von Streetart mit der Digitalkamera. Ohne hier den grundlegenden Diskurs über Sachbeschädigung (ist Graffiti in jeder Form auf Gebäuden) zu führen, stellt dieses konkrete Graffito für mich eine unerträgliche Form von Grenzüberschreitung dar. Gerade im Problemfeld Schillerpromenadenkiez diese “Reviermarkierung” nachhaltig alarmieren.

Verwendung dieses Bildes ausschließlich unter Angabe der Quelle gemäß den Bedingungen der CreativeCommensLicence

Berlin: Jens Jessen und die Realität

27. Januar 2008

Wahrscheinlich hätten spontanere und tolerantere Menschen als ich einer bin - ich denke dabei an Schöngeister wie Jens Jessen - mit einem verständnisvollen Bonmot die Situation leicht entschärft.

Als ich gestern mit türkischen Heranwachsenden in der U-Bahn-Station Berlin Kleistpark aneinander geriet, die mir eine Coladose in die Hacken kickten, war mein Repertoire der Reaktionsmöglichkeiten leider nicht auf diesem Niveau. Mein unwirsch vorgebrachtes „Kommt ihr noch klar?“ wurde mit einer Gegenfrage von wenig erfrischender Spontaneität gekontert (ins Hochdeutsche transkribierter Wortlaut): „Müssen wir uns jetzt deshalb schlagen?“ Dass ein ausgeprägtes Veilchen das linke Auge des Fragestellers zierte, unterstrich die Ernsthaftigkeit dieses Angebots leider eindeutig. Ob ihm dieses im familiären Rahmen beigebracht wurde, von einem Unfall beim Selbstsicherheitsboxtraining eines Integrationsprojektes für Jugendliche mit Migrationshintergrund herrührte oder bei einem fremdenfeindlichen Übergriff Glatze tragender Mitglieder der rechten Szene zugefügt wurde, war für mich unerheblich. Mein jugendliches Gegenüber war jedenfalls erkennbar in Sachen Gewalt erfahren und sein Angebot ernst zu nehmen.

Man stelle sich das vor, was da ablief: Ich gebe diesem verhaltensarmen, vielleicht 16/17jährigen Menschen zu verstehen, dass ich nicht gewillt bin, mir kommentarlos Abfall in die Hacken kicken zu lassen und bekomme dafür Prügel angeboten. In dessen türkischem Herkunftsmilieu wäre es undenkbar, gegenüber einem älteren Menschen (ich bin immerhin 44) so zu agieren. Mal unterstellt, dieser Jugendliche ist im islamischen Glauben aufgewachsen, wiegt dieser Verstoß, diese Respektlosigkeit, noch schwerer als der Verstoß gegen die Regeln des Miteinanders, die das Zusammenleben in der deutschen Mehrheitsgesellschaft bestimmen und sicher machen. Gewalt wird nicht toleriert, steht unter Strafe und ist dem Staat vorbehalten. Und das ist gut so.

Klüger zu sein als mein gewaltbereites Gegenüber, war nicht schwer. Wirklich als der Klügere zu handeln, kostete Überwindung. Nach der Gewaltandrohung dieses Menschen (der offenkundig der Unterstützung seiner zwei ebenfalls türkischen Begleiter sicher sein konnte) mahnte mein Über-Ich zur Vernunft, zur Deeskalation. Möglicherweise zum Gegenstand einer Zeitungsmeldung zu werden, in der nüchtern beschrieben wird, wie ein 44jähriger Beamter von Jugendlichen mit Migrationshintergrund brutal zusammengetreten wurde, schien mir wenig attraktiv.

In der Gedankenwelt von Jens Jessen, dem Feuilleton-Chef der ZEIT, stehe ich als Beamter wahrscheinlich sowieso auf einer Stufe mit grau bekittelten Hausmeistern, die mit ihren „ständigen Ermahnungen nerven“, also quasi der regel-fixierte Spießer in Reinkultur. Vielleicht hätte Jessen in hamburgisch-weltbürgerlicher Offenheit diesen gewaltbereiten Menschen zu einem spontanen Kick in den U-Bahn-Gängen sportlich herausgefordert. Wer weiß?

Ich jedenfalls bin der Auseinandersetzung aus dem Wege gegangen und fühlte mich dabei als Verlierer. Im Grunde genommen hat dieser mir widerliche Mensch mit türkischem Migrationshintergrund – verhaltenspsychologisch betrachtet – gewonnen: Er hat mich provoziert, er hat mir Prügel angeboten - ich habe den Platz geräumt und den Schwanz eingezogen. Moralisch war meine Entscheidung richtig; ebenso hinsichtlich meiner körperlichen Unversehrtheit.

Was bleibt, ist der Ärger darüber, dass Verhaltensweisen einer Machokultur in den Alltag eingedrungen sind. Das lässt sich nicht auf herkunftsneutrale Medienberichte reduzieren, die Jugendgewalt thematisieren. Auswüchse solcher Verhaltsweisen sind Alltagserfahrungen geworden, zum Glück meist unterhalb der Gewaltschwelle. Solchen Personen, die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes bedrohen, müssen Grenzen gesetzt werden. Die Opfer dann auch noch als „du Opfer“ oder gar als „Scheiß-Deutsche“ zu verhöhnen, muss Alarm auslösen.

Krone der Frechheit ist für mich, wenn sich solche Typen, die – so meine Erfahrung – weit überwiegend nur mangelhafter Sprachkompetenz erfreuen, über Ausgrenzungserfahrungen ausweinen. Wer das Erlernen der deutschen Sprache, Bildungsangebote und sonstige Hilfen der Sozialbehörden verweigert, grenzt sich selber aus.

Wer auf den Berliner U-Bahn-Linien U 6, U 7, U 8 fährt, die durch einige der Problemkieze führen, bekommt fast täglich Dinge geboten, die normal denkende Menschen empört die Faust in der Tasche ballen lassen.

Was soll man tun, wenn man zwei Deutsch-Russen gegenüber sitzt, von denen einer im Fünf-Minuten-Takt größere Mengen Speichel in (!) der U-Bahn hinter den Feuerlöscher speit und sich langsam eine Pfütze Auswurf bildet? Wie verhält man sich richtig, wenn ein arabisch-stämmiger Migrant einen Busfahrer mit übelsten Schimpfworten beleidigt, der ihn freundlich gebeten hat, sein Mobiltelefonat kurz zu unterbrechen. Das Telefonat wurde in einer Lautstärke geführt, die die Distanz in den arabischen Raum akustisch hätte überbrücken können. Der Busfahrer wollte übrigens lediglich den Fahrpreis kassieren (Bus 104, Naumannstraße).

Das ließe sich bequem um weitere Beispiele ergänzen, die ich selber erlebt habe. Ich will gar nicht wissen, wie viele Berliner ähnliche Erfahrungen machen. Aber wie oft soll man wegsehen, den Blicken ausweichen? Gut, was bei aggressiv bellenden Hunden funktioniert, klappt ja in der Regel auch bei gewaltbereiten Menschen: Blickkontakt vermeiden, abwenden, wegducken. Aber kann es sein, dass die zivilisierten Menschen sich in solchen Situationen in die Unterwerfungsrolle begeben, bloß weil sie die Klügeren sind? Fehlverhalten im öffentlichen Raum muss sanktioniert werden. Mit welchen Mitteln, muss dringend diskutiert werden.

Kuschelpädagogen haben da ebensowenig eine zukunftsweisende Lösung parat wie die Befürworter des Wegschließens und Wegsperrens. So reizvoll mir in der U-Bahn beim Cola-Dosen-Kick die Vorstellung erschien, meinen Kontrahenten in einem Bootcamp gedemütigt zu sehen, wirklich weiter bringen würde uns so etwas nicht. Die sog. „harten“ Strafen bedienen primär Rache- und Vergeltungsbedürfnisse und manifestieren eher sozialfeindliche Verhaltensweisen, als dass sie Täter positiv beeinflussen.

So schwer es fällt, aber ich fürchte, es geht darum, diese gewaltbereiten Menschen erst einmal für normale Verhaltsweisen zu sozialisieren, um den Boden für eine dauerhafte Integration in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu bereiten.

Und hier ist das Video-Blog von Jens Jessen, dass ich mir kurz vor dem U-Bahn-Zwischenfall angesehen hatte.

[youtube]v/lXhLAdPFROs[/youtube]

eeePC-optimized theme for BackgammonBlitz available

22. Januar 2008

The fabulous backgammon-game “Bgblitz” has won the Backgammon competition at the 12th Computer Olympiad in Amsterdam and thus repeated its success from the 8th Computer Olympiad in Graz (2003) and the 7th Computer Olympiad in Maastricht (2002). BGBlitz is a program intended to be the ultimate in Backgammon software. It hosts strong Backgammon playing Bots, training aids, tools to analyze matches and any further features which are requested.

Written in Java it runs on windows-computers as well as on linux-driven machines. I suppose it will run on the eeePC without any problems. Due to the small display size most of the available themes are not appropriate for the eeePC. So I’ve spent some time to optimize the beautiful madreperla-theme for the eeePC with the kind permission of its designer Radu Sabau. The board has now a height of 300 px.

Bgblitz ist available on the product-website (in english), the eeePC-optimized theme right here:

Bild: Download Madreperla-Theme for Bgblitz