Familien und Kinder: Die Hilfeversprechen der Reproduktionsmedizin
Es muss nicht wundern, dass Paare den Kinderwunsch immer später ausleben: In einer kinderarmen Gesellschaft ist es leicht, ein Leben ohne Kontakt mit Kindern zu verbringen. Viele Menschen, deren reproduktive Phase sich dem Ende entgegen neigt, sind als Einzelkinder aufgewachsen. Hinzu kommt, dass die gesellschaftlich erwartete Konzentration auf Bildung und beruflichen Erfolg dazu führt, dass viele Menschen fast ihre komplette Zeit in der Arbeitswelt verbringen und für sie Begegnungen mit kleinen Kindern weder alltäglich noch selbstverständlich sind. Wie sollte aus einem latenten Kinderwunsch ein wirklicher erwachsen, wenn nicht aus dem Zusammensein mit Kindern? Nicht umsonst spielt das lauter werdende Ticken der ablaufenden biologischen Uhr der Frauen eine immer größere Rolle und wird zu einer kraftvollen Triebfeder. Haftet einem Kinderwunsch, der in einer frühen Phase des Erwerbslebens oder gar während einer Ausbildung geäußert wird, fast etwas Exotisches an, schwingen bei späten Versuchen, die lange erwünschte Kinderlosigkeit zu beenden, schnell Panik und Verzweiflung mit. Es wäre natürlich falsch, die eben geschilderten Lebensverläufe als allein vorherrschend anzunehmen. Es gibt nach wie vor Menschen, die jung heiraten und Kinder wollen. Mal mit, mal ohne Probleme.
mehr lesen... bisher 6 Kommentare 10. Februar 2007