Posts gespeichert unter 'Buchkritik'

Michael Robotham legt mit “Adrenalin” einen fantastisches Debüt vor

Deutsche Verlage tun sich leider immer etwas schwer damit, Titel von im Original in englischer Sprache geschriebener Romane einfach zu übersetzen. So wurde aus „The Suspect“, eben nicht „Der Verdächtige“, sondern „Adrenalin“, was von deutschen Buchkritikern - wie von den Marketingstrategen geplant - begierig aufgegriffen wurde. So etwas lässt sich dann prima auf der Buchrückseite abdrucken: „Auch Ihr Adrenalinspiegel wird sich … .“ Wer sich von diesen Marketingmissgriffen nicht schrecken lässt, hat ein großartiges Leseerlebnis vor sich.

mehr lesen... jetzt kommentieren? 24. Januar 2007

Buchkritik: Henning Mankell - Vor dem Frost

Was passiert? Der Massenmordselbstmord in Jonestown (Guyana) wird aus der Sicht des einzigen Überlebenden geschildert. Dieser entwickelt noch radikalere religiöse Ideen und verwirklicht diese in seiner skandinavischen Heimat. Parallel dazu walzt Mankel den Vater-Tochter-Konflikt zwischen alternder und neuer Hauptfigur bis zur Schmerzgrenze aus. Kurt Wallander ist ausgebrannt, verfettet, hat sein Leben nicht mehr im Griff. Lisa Wallander hat gerade die Polizeischule abgeschlossen und wohnt wieder bei Vater.

mehr lesen... jetzt kommentieren? 10. September 2006

Buchkritik: Stefanie Baumm - Unsterblich wie der Tod

Nun, wer sich vom etwas peinlich geschriebenen Klappentext nicht abschrecken lässt, taucht in ein Buch ein, dass sich vor der Kulisse der schleswig-holsteinischer Landschaft Zeit lässt, die Handlung und die Charaktere zu entwickeln. Die Menschen, die “Unsterblich wie der Tod bevölkern” sind aus dem Leben gegriffen, mit allen Macken, seelischen Nöten und realistischerweise wenigen Glücksmomenten. Trotz des langsam abgenutzen Serienkiller-Motivs ein spannender, ein bestens unterhaltender Roman mit einer Reihe von guten Erzählideen, die neugierig auf ein neues Buch machen.

mehr lesen... bisher 1 Kommentar 10. September 2006

Buchkritik: David Peace - 1974, Sieht so die Zukunft des Kriminalromans aus?

Die Figur des Journalisten Edward Dunford, der in “1974″, dem ersten Teil des “Red Riding Quartett”, als Gerichtsreporter auftritt, wird durch seine Kabbeleien mit dem alten Platzhirsch Jack Whitehead eingeführt und hat so gar nichts sympathisches an sich. Härte beweist er vor allem beim Trinken und dem nachfolgenden Kotzen. Die Skala seiner Bewusstseinszustände reicht von verkatert über angetrunken bis total besoffen. Die Vorgänge des Übergebens werden dabei hinreichend detailliert beschrieben, um authentisch und abstoßend zu sein. Auch weitere natürliche und auch lustvolle Ausscheidungsprozesse werden dem Leser nicht vorenthalten. Kotze trieft, Sperma klebt.

mehr lesen... jetzt kommentieren? 31. August 2006

Buchkritik: Michael Connelly - Die Rückkehr des Poeten

Scheinbar nutzt Connelly die aus dem Kino hinlänglich bekannte Technik, den Plot eines “alten Buches” neu zu variieren. Hier aufersteht ein totgeglaubter Serienmörder aus einem früheren Roman (Der Poet). Was im Kino oft als Teil zwei, drei, vier von “Mister-ich-kann-alles-und-habe-auch-noch-Superkrafte” misslingt, funktioniert in diesem Buch bestens. Durch die ungewohnte Erzählweise, in der zwischen erster und dritter Person fortlaufend gewechselt wird, weiß der Leser sofort, in welcher Handlung er sich gerade befindet.

mehr lesen... jetzt kommentieren? 07. Juni 2006


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