ASUS eeePC - eine kurze Bewertung und ein paar Tipps

24.März 2008

Der eeePC löst das Werbeversprechen “easy to tearn, easy to work, easy to play” nur teilweise ein. Die auf Xandros-Linux aufgesetzte Benutzeroberfläche (”IceWM”) mit einer gelungenen Aufteilung im Stil von Karteikarten lässt sich zwar intuitiv bedienen, nur wer daran etwas ändern möchte, stößt schnell an Grenzen. Und die lassen sich nur überwinden, wenn man sich allerlei Tipps aus Nutzerforen zusammenklaubt. Und die werden zumeist von eingefleischten Linux-Adepten geschrieben, die mit der Kommandozeile per Du sind.

Etwas einfacher lassen sich viele Einstellungen ohne Kommandozeilenakrobatik ändern, wenn man das Tool “TweakEEE” installiert, das bei eeeuser.com aktuell in der Beta-Version 0.3 angeboten wird. Einfach mal anschauen, es lohnt sich. Was sich mit TweakEEE in Sekunden ändern lässt, taucht in den deutschsprachigen Foren meist in deutlich umständlicherer Form als Tipp auf.

Allein die Nutzung der Kommandozeile in der Konsole dürfte langjährigen Windowsnutzern die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Nach Drücken der Tastenkombination Strg-Alt-T erscheint eine Art DOS-Prompt. Nur hilft auch die Kenntnis der alten DOS-Befehle nicht weiter, da Linux etwas anders tickt. Wer etwas mehr Komfort haben möchte, tippt als erstes “kconsole” ein, was eine etwas bedienerfreundlichere Konsole herbeiruft, in der man sogar so etwas wie einen rudimentären Dateimanager starten kann. Mit TweakEEE lässt die kconsole als standardmäßig startende Konsole festlegen.

OpenSource und kleine Nachteile

Bei ASUS hat man sich entschieden, komplett auf OpenSource zu setzen. Eine gute Entscheidung, nur fallen dieser Politik die in der Windowswelt verbreiten TrueTypeFonts wie Arial, Verdana und Times New Roman zum Opfer. Diese nachzuinstallieren erfordert nur ein paar Kopierübungen. Vom Windowsrechner die gewünschten TrueTypes auf eine SD-Card ziehen, diese in den eeePC-Slot stecken und installieren. Das geht relativ einfach: Die Konsole aufrufen, “kcontrol” eintippen und mit der Eingabetaste starten. Der Befehl startet die Kommandozentrale des KDE-Desktops. Jetzt durch die verschiedenen Menüs wühlen und im Schriftenmenü die notwendigen Aktionen durchführen. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gut erkunden, was man sonst so alles einstellen kann.

Weitere Software installieren

Wenn es darum geht, zusätzliche Programme zu installieren, geht das über entweder über den Linux-Weg mit “repositories” oder etwas um die Ecke - dafür aber auch einfacher. Der reine Linuxweg geht so: Konsole starten und “sudo synaptic” eintippen. Dabei heißt sudo, Superuser mal mal. Man sagt dem eeePC, dass man gerade mal als Administrator etwas machen möchte. In diesem Fall ist es der Aufruf der Programmverwaltung Synaptic. Dort kann man diverse Server (”repositories”) angeben, auf die der eeePC zugreifen können soll. Tipps dazu, welche besonders lohnen sind, finden sich in den einschlägigen Foren zuhauf.

Ich habe die Finger davon gelassen und mir einen leichteren Weg gesucht. Man suche sich ein Programm, dass man wirklich nutzen möchte, was angesichts des überschaubaren Speichers des eeePCs gut überlegt sein will. Dann sucht man ein Debian-File. -> Xandros setzt auf Debian-Linux auf, die Installationsdateien enden auf .deb. Diese Datei speichert man an einem Ort, wo man sie auf dem eeePC auch wiederfindet. Im Dateimanager erscheint bei Rechtsklick auf diese Datei im Kontextmenü der Eintrag “installieren” auf. Der Rest geschieht von allein. Nur erscheint leider kein Eintrag auf der Benutzeroberfläche des eeePC.

Für diesen Fall gibt es tolle Minianwendungen, die ein Icon dort platzieren, wo man es haben will. Oder man installiert ein Tool namens Kooldock. Wie das geht, steht bei einfach-eee. Kooldock ist ein Programmstarter, wie man ihn von Apple-Rechnern kennt. Und dieser hat den Riesenvorteil, dass man dort all die Programme einbinden kann, die man wirklich oft nutzt. So auch die Nachinstallierten. Anders als bei Windows muss man hierfür rausfinden, wo die nachinstallierten Programme gelandet sind. In der Konsole z.B. einfach den Befehl “which jalbum” eintippen. Schon wird der Pfad angezeigt, den man bei Kooldock eintippen muss. Alles easy? Es geht wirklich einfacher, als es sich anhört.

Was lohnt sich nachzuinstallieren? Ich habe erfolgreich JAlbum geladen. Eine tolle Geschichte, um bspw. aus dem Urlaub rasch eine Bildergalerie online zu stellen. Um die Bildübersicht zu behalten, kann man Picasa laden. Das sieht sogar auf dem 7″-Bildschirmchen gut aus. Da ASUS bei der PIM-Anwendung des KDE-Desktops geschlampt hat und rein gar nichts angepasst hat, ist dieser meiner Meinung nach nutzlos. Besser ist es, den Mozilla-Kalender “Lightning” einzubinden und diesen für den online-Abgleich mit Google-Calender zu konfigurieren. Funktioniert super und passt bestens zum immer-online-Status des eeePC.

Insgesamt macht der eeePC viel Spaß und ist weit mehr als nur ein Spielgerät oder Kidscomputer. Ws ist nicht erwartet hatte: Das Ding ist ein echter Hingucker und viele Menschen kommen mit der Frage an, ob sie mal schauen dürfen, wollen wissen, wo man das Gerät bekomme … .

Artikel gespeichert unter: Open Source, ASUS eeePC

bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. hubert  |  12.April 2008 at 15:20

    vielen dank für den tip mit den fonts!!! ich hatte in mehreren foren gesucht, aber die antowrten dort (zusatzpakete installieren, etc.) waren alle nicht sehr zufriedenstellend für mich.

    ich habe meine fonts einfach von einem anderen rechner auf einen usb-stick kopiert (ordner ‘fonts’) und beim EePC eingesteckt. open office geöffnet, und wie durch ein wunder waren alle fonts schon importiert. super!

  • 2. yt  |  10.Juli 2008 at 09:24

    Ich habe Tweakeee installiert, doch leider startet die Software nicht. Sehr schade, und ich kann mir noch keinen Reim darauf machen woran es liegen mag.

    Mein EeePC ist noch relativ unveraendert, bis auf die Erweiterung fuer den Fulldesktop. Kann es sein dass es daran liegt?

    Vielen Dank fuer deine Tips, und Respekt fuer dein gelungenes Blog mit interessanten Themen.

    yt

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