Holiday Inn Hamburg Hafencity: Fragwürdiges Angebot bei hrs

06.Mai 2008

Auch erfahrene und gewiefte Internetnutzer (also solche wie ich ;-) ) sind nicht sicher, fehlerhafte und in die Irre führende Angebote sofort zu erkennen. So muss man bei amazon genau hinsehen, ob die Lieferung durch amazon selbst erfolgt oder durch einen Händler, der amazon als Verkaufsplattform nutzt. Neu ist mir, dass man auch beim HotelReservationService, den ich (bisher) vorbehaltlos als grundsolide einschätzte, genauso auf die kleinen Details achten muss.

Sehr unangenehme Erfahrungen machte ich am letzten Wochenende im Holiday Inn Hafencity Hamburg. Dass die Basketballer von Alba Berlin beim Final 4 erbärmlich gespielt haben, dafür können weder hrs noch Holiday Inn etwas. Es wäre schön gewesen, wenn wenigstens im Hotel von Ein- bis zum Auschecken alles geklappt hätte. Unsere Wahl für das Final-4-Weekend fiel auf das schon erwähnte Holiday Inn Hafencity für 109 €, hrs-HOT-Deal. In der Spalte Frühstück, in dem andere Anbieten eine Zahl oder “inkl.” eintragen, fand sich kein Eintrag. Das kann man - da bin ich mir sicher - nur als Inklusivpreis interpretieren. Und HOT-Deal weist unzweifelhaft auf ein Superangebot hin.

Das ganze sah online so aus (Hinweis: Bild zeigt einen anderen Tag. Wer macht bei einer Online-Buchung schon Bildschirmfotos?)

Bild: Screenshot hrs Ergebnisanzeige. Klick für detaillierte Darstellung.

Das böse Erwachen kam beim Ausckecken: Statt des angezeigten und gebuchten Gesamtpreises von 109 € sollten wir 143 € bezahlen. Das Frühstück käme ja noch obendrauf. Auf den Hinweis, dass dies im Online-Angebot nicht erkennbar war, wurde uns die Information gegeben, dass es mit Gästen, die über hrs buchen, öfters diese Diskussionen gäbe. Sehr interessant.

Bild: Gesamtpreisanzeige
Nach kurzer Unsicherheit blieben wir standhaft und bestanden darauf, das Frühstück nicht separat zu bezahlen. Ein Inklusivpreis war schließlich eines der Hauptkriterien für die Hotelwahl gewesen. Nach einiger Zeit kam eine sichtlich genervte Teamleiterin hinzu und löste das ganze professionell und in unserem Sinn. Es blieb bei 109 € - wie gebucht.

Die ganze Geschichte hat mich geärgert und so habe ich nachrecherchiert, wie das Holiday Inn seine Zimmer über hrs vermarktet: Im Gegensatz zu anderen hrs-Anbietern weist dieses Hotel konsequent die Kosten für Frühstück nicht aus, sondern lässt einen Leerraum. Statt dessen wird das Angebot mit einem (bestimmt teueren) “HOT Deal” Button optisch attraktiv gemacht. Wenn man bucht, wird auf die Preiskonditionen für das Frühstück lapidar auf die hrs-Buchungsrate hingewiesen. Bei uns stand: Preis: 109 €. Die Erläuterungen zur Buchungsrate sind nicht verlinkt.

Erst wenn man sich durch die kleingedruckten / in Kleinschrift angezeigten Informationen zur Buchungsrate klickt und scrollt, wird klar, wie das System funktioniert. Bei allen Raten unterhalb 143 € wird beim Frühstück auf die Buchungsrate verwiesen ohne (!) die Kosten für das Frühstück auszuweisen. Ab 143 € Buchungsrate erscheint der Hinweis “inkl. Frühstück”. Ich möchte nicht so weit gehen, hier von Täuschung zu reden, allerdings fühle ich mich als Kunde hinters Licht geführt. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass hinter dieser Vorgehensweise keine Absicht stecken sollte.

Ich habe hrs und Holiday Inn um Stellungnahmen gebeten. Sollte ich eine Antwort bekommen, wird diese hier veröffentlicht.

Artikel gespeichert unter: Vorsicht: Kunde ! ?, so bitte nicht

bisher 3 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Stefan Gri...  |  10.September 2008 at 19:30

    Ich bin Stammkunde beim Holiday Inn und buche in der Regel direkt über die Homepage vom Holiday Inn. Bei der letzten Buchung ist mir beim buchen eines Doppelzimmers nicht aufgefallen das nur ein Frühstück im Preis enthalten ist. Wir sind zu zweit angereist und mussten 1 Frühstück extra bezahlen. Da ich es wirklich übersehen habe, habe ich zwar anstandslos bezahlt, aber die Lust am Holiday Inn ist mir vergangen.

  • 2. Thomas  |  29.Januar 2010 at 16:36

    Habe auch ein schmerzhaftes / teures Erlebnis mit Hot Deals bei HRS gemacht. Als Altkunde kannt ich die ehemaligen Bedingungen mit Buchungen mit und ohne Garantie.
    Damals gab es auch “Deals”, die aber in das Schema der Buchungsgarantie passten.
    Mein Buchung erfolgte 5 Monate im Voraus und 4 Monate Nutzung gab es ein besseres Hotel über HRS. Ich buchte das bessere und stornierte das erst gebuchte HRS-Hot Deal Hotel.

    Ergebnis: Das Geld wurde sofort bei Stornierung für die vollen drei Tage von meiner Kreditkarte eingezogen.

    Die Bedingungen über “non refundable” etc. versteckt HRS in den Preis-Details ohne sie selbst zu interpretieren. Das Hotel stellt die Bedingungen in z. englisch ein und man hätte es lesen können, doch wer etwas gewohnt ist, dass es funktioniert, liest nicht mehr alle AGB’s erneut bei jeder Buchung.

    Ich halte es für unsittlich, drei Tage voll bezahlen zu müssen, obwohl die Stornierung vier Monate vor Nutzung erfolgt. Das ist ein Problem der Hotels.

    Das HRS-Problem ist die Präsentation dieses Sachverhaltes, der substantiell ist, aber nur versteckt angeboten und ohne expliziten Hinweis vom Anwender gesucht werden muss.

    Das Erinnert schon an organisrtes Abzocken und erscheint mir nach dem deutschen Recht als sittenwidrig.

    Wer dagegen auch rechtlich vorgehen will, sollte mich per email kontaktieren.

  • 3. Reinhold Sasse  |  28.Juli 2010 at 18:48

    Die schlechte Erfahrung mit unseriösen Praktiken von HRS muss ich leider bestätigen. Gerade hatte ich als langjähriger HRS Kunde das Problem, dass die auf der Buchungsbestätigung angezeigten Bedingungen deutlich anders aussahen als auf den vorher angezeigten Internetseiten zur Reservierung. Auf einmal wurde die Reservierung von 5 Übernachtungen (3 Monate im voraus) sofort über die Kreditkarte abgerechnet und als nicht mehr änderbar ausgewiesen, ohne dass man das vorher erkennen konnte. 1 Woche später musste ich die Reise um eine Woche verschieben, das Hotel war nicht bereit auch nur einen Cent zu erstatten. Das Kreditkarteninstitut hat eine Stornierung abgelehnt, ich müsste mich an das Hotel wenden.

    Ich denke, dass man hier von einer bewußten Täuschung sprechen kann. Hätte HRS gleich angezeigt, dass die Reservierung irreversibel ist, hätte ich diese Seiten niemals abgesendet. Von einem meiner Geschäftspartner ist mir ein ähnlicher Fall bekannt. Ich habe inzwischen begonnen, auf juristischem Weg dagegen vorzugehen.

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