ALBA Berlin vs. Lottomatica Rom (mit Video): Zurück in der Euroleague

24.Oktober 2008

Bild: Logo der EuroleagueAuch wenn sich am letzten Sonntag die Eisbären Bremerhafen ob der Höhe des Alba-Sieges gedemütigt gefühlt haben dürften, konnte auch dem eingefleischtesten Fan nicht entgehen, wo ALBA schwächelte: Die Defense agierte ab dem Zeitpunkt arg verhalten, wo der Sieg sicher war und die Eisbären nicht mehr als ein guter Trainingspartner. Aufwärmen für die Euroleague sollte anders aussehen. Eine Mannschaft, die sich auf ein -  vielleicht das - Topspiel dieses Halbjahres vorbereitet, sollte einen Spieler wie Marcus Slaughter kalt stellen können. Dessen 19 Punkte belegen, dass dies nicht gelungen ist. Immerhin zeigten die ALBAtrosse, dass sie schon sehr früh in der Saison als Mannschaft agieren können. Einige Spielzüge hatten das für die Euroleague wohl erforderliche und phasenweise sogar mitreißendes Niveau. Ärgerlicherweise hatte Rashad Wright niemand gesagt, dass für die ALBA-Fans die 100 (plus X) auf der Anzeigetafel eine besondere Magie hat. Als er die letzten Sekunden einfach runterspielte, konnten es die meisten kaum fassen.

Was am Sonntag an Euphorie ausblieb, wurde im Spiel am Donnerstag gegen Lottomatica Rom nachgeholt. Ich weiß nicht, wie schnell mein Herz rasen, wie viel Spannung ich aushalten kann. Aber gestern war ich am Limit! Was war das für ein Spiel. Ich wäre schon stolz gewesen, wenn wir mit nicht mehr als zehn Zählern Unterschied gegen dieses römische Staraufgebot verloren hätten. Die Vorberichte hatten jedenfalls bei mir regelrecht Ehrfurcht vor dieser hochklassigen Legionärstruppe wachsen lassen. Und was machen die ALBAtrosse? Halten dagegen, kämpfen, stecken auch bei 9 Punkten Rückstand nicht auf, bleiben dran. Lassen sich noch nicht mal von den Schiedsrichtern aus dem Konzept bringen, die gegen ALBA ein gefühltes Dutzend mal auf Schrittfehler entschieden. Sensationell am Ende die Rebound-Bilanz mit 38 zu 22 zugunsten ALBAs. Gegen die Eisbären noch der unübersehbare Schwachpunkt, gegen die Römer eine Festung?

Bild: wird vom ALBA-Server geliefertGestern hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich deutlich früher als die römischen Legionäre als Team gefunden hat. Ein Blick auf die Wurfbilanz zeigt, dass dieses Team stark genug ist, den Ausfall von MVP Jenkins, Femerling und Jo Herber zu kompensieren. Klar, iMac präsentierte sich in Topform, aber dass jetzt auch Chubb und Jacobson voll angekommen sind, lässt darauf hoffen, dass noch mehr Potential in diesem Team steckt. Vielleicht sehen wir noch viele Kunststückchen wie den behind-the-back-pass von Nadjfedji und Fabeldreier wie den von Jacobsen, der irgendwo vom Mittelkreis den Ball in die Reuse feuerte.

Noch nicht wirklich Teil der Mannschaft ist weiterhin Rashad Wright, der in einigen Spielphasen auftrat, als gäbe es keine ablaufende 24-Sekunden-Angriffszeit. Damit bestätigt er leider den Eindruck vom Eisbärenspiel. Aber - und da bin ich mir sicher - Luca wird ihm schon zeigen, wie’s geht und was von ihm erwartet wird.

Überhaupt: Luca Pavicevic. Er hat ALBA zur Meisterschaft geführt. Man  muss ihn nicht mögen, aber er ist ein klasse Trainer. Er ist aber auch immer dafür gut, durch seine Ausfälle am Spielfeldrand ein technisches Foul zu kassieren. Gestern hat er in den exzellenten Schiedsrichtern seinen Meister gefunden. Kaum fing er an, aus sich herauszugehen und die Coachingzone zu verlassen, schon stand einer der Referees bei ihm und wies ihn mit der Gestik eines entschlossenen Hundetrainers auf seinen Platz. Kaum zu glauben, Luca fügte sich. Aber die Jungs waren auch andere Kaliber als unser BBL-Lieblingsschiedrichter, dieser Herr Schmidt … .

Bei aller Bescheidenheit der ALBA-Offiziellen nach dem Spiel á la “wir haben nur einen ersten Sieg errungen” und “wir dürfen das jetzt nicht überbewerten”: ALBA ist als Außenseiter in die Euroleague gestartet. Nach diesem verdienten und konsequent erkämpften Sieg sind die anderen Teams gewarnt und werden sich hüten, ALBA zu unterschätzen. Auf jeden Fall war es begeisternd, miterlebt zu haben, wie ALBA eine starke Duftmarke in der zweitstärksten Liga der Basketballwelt gesetzt hat. Mit dieser Spannung und dem Herzrasen kann ich prima leben.

Spielbericht auf Radioeins als mp3

Ein Video von ca18804 bei Youtube. ich hoffe, da kommt noch mehr.

Artikel gespeichert unter: Alba Berlin

bisher 1 Kommentar Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Vattern  |  08.November 2008 at 12:47

    Mein lieber ALBA- Fan,
    bei allem Verständnis für Deine Euphorie über das tolle Spiel, aber zu jedem Spiel gehört auch ein Ergebnis! Das bleibt für mich OWL- ler leider im Verborgenen.
    Nichts für ungut!

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