Fotos
Sie sind hier: Startseite > Fotos > Graffiti

Graffiti: Mit der Schablone weg vom Unikat

Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Das Besprühen von Flächen im öffentlichen Raum ist und bleibt Sachbeschädigung. Man muss nicht Hausbesitzer sein, um sich über Primitiv-Grafitties zu ärgern, die in aller Hektik mit dem ganz dicken Filzstift aufgebracht werden. Allerdings sind auch höherwertige Grafitties mehr als nur ein Ärgernis.

So haben Berlinerinnen und Berliner das zweifelhafte Vergnügen, sich über eine unglaubliche Flut von - so nennt man das wohl - Tags zu ärgern, die mit dem Edding auf jede denkbare Fläche geschmiert oder mit dem Diamantstift in die Scheiben von Bussen, Trams, U- und S-Bahnen "gescratched" werden. Bei diesen Machwerken fällt es auch dem Wohlwollendsten schwer, verhaltenspsychologische Rechtfertigungen ernst zu nehmen. Mir persönlich ist es jedenfalls ziemlich egal, ob sich hier Reviermarkierungen zeigen oder verzweifelte Versuche von ach so allein gelassenen Jugendlichen, Zeichen / Spuren - eben Tags - im Straßenbild zu hinterlassen.

Eine Sonderstellung nehmen für mich Graffities ein, die mit Schablonen gesprüht werden. Diese sammle ich mit der Digitalkamera, wobei dies eher zufällig und vorzugsweise in Berlin geschieht. Einige dieser Werke existieren schon erkennbar seit Jahren, andere waren fast noch feucht. In Berlin finden sie sich vor allem in Szenebezirken. Als Ausgangspunkt meiner Sammlung nehme ich die gespühte Banane, ohne die wohl keine Kunstgalerie vollständig wäre. Sachbeschädigung wird in diesem Fall geduldet, vielleicht sogar erhofft. Egal, viele Schablonen-Graffities sind kleine illegale Kuntwerke, manche wert, bewahrt zu werden.

Die Galerie ist mit Flash realisiert. Bis zur Anzeige des ersten Bildes können ein paar Sekunden vergehen.[Version 0.2]

Nachstehender Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel zeigt, wie das Thema Graffiti in der Hauptstadt gesehen wird und vor allem, wie diese bekämpft werden können.

Postart Umfangreiche Sammlung. Ähnlich meiner, nur viel umfangreicher ... .


Bild: Logo des berliner Tagesspiegels

Von Tag zu Tag [Originallink]

Die Mühe lohnt - 17. Februar 2005

Bernd Matthies über den Kampf gegen Graffiti, und wie man ihn führt

Sind Graffiti Kunst? Die Frage dürfte sich inzwischen erledigt haben: Selbst die Mona Lisa, millionenfach von ihrem Schöpfer auf Wänden der ganzen Welt durch die ganze Welt verstreut, wäre nur noch eine Landplage. Die Kunstdebatte ist vorgeschoben: Es geht schlicht um eine bestimmte Ausprägung spätpubertären Sozialverhaltens mit immensen Folgekosten und hohem Nervfaktor.

Der verbissene Kampf des grünen Solisten Ströbele, der in der geltenden unklaren Gesetzeslage offenbar den letzten Eckpfeiler des rot-grünen Projekts sieht, hat etwas rührend Rückwärtsgewandtes. Aber das ist ohnehin nicht der Hauptpunkt. Denn wie wir jetzt in Berlin sehen, trifft man die Sprayer am besten nicht mit harten Strafen, sondern damit, dass ihre Kreationen verschwinden, bevor die Farbe richtig trocken ist. (Seite 12) Schlichte Erkenntnis: Auch den hirnlosesten Sprayern geht irgendwann das Geld für neue Farbe aus. Sehen – entfernen – überstreichen, und das notfalls mehrfach, dann ist Ruhe. Die Mühe lohnt sich.

Copyright © 2003 by Lutz Sindermann  - design4content   - Seite drucken - Seite zu Favoriten (nur IE)